Die Passivität

Grundgedanke der UWW ist die Philosophie eines offenen und attraktiven Ringkampfes.

Offensive Kampfführung beider Ringer ist das Ziel.

Hierzu hat der Kampfrichter:

  • Eine offensive Kampfführung zu fördern,
  • Eine passive Kampfführung zu unterbinden,
  • Ringer zu Aktionen zu stimulieren,
  • Ringer auf passives Verhalten hinzuweisen und
  • Ringer gemäß dem Passivitätsprozedur zu sanktionieren.

NEGATIVES RINGEN

Negatives ringen hat zur folge, dass kein flüssiger Kampf entsteht und ein Ringer durch den anderen neutralisiert wird. Erkennen des negativen Ringers kann man an den folgenden Sachverhalten:

  • Finger fassen
  • Kopf auf die Brust
  • Brutalität
  • Fouls und
  • Pushing

Negatives Ringen wird im Freistil mit Verwarnung + 1 Punkt und im griechisch-römischen Stil mit Verwarnung + 2 Punkten bestraft.

Präzisierung der Regel für das “Raustreten” im Standkampf in beiden Stilarten:

(…) Wenn ein Ringer seinen Gegner absichtlich auf die Schutzzone stößt ohne eine bedeutende Technik/Aktion, erhält dieser nicht länger 1 Punkt. Macht er dies ein zweites Mal bekommt er keine Verwarnung und der Gegner erhält keinen Punkt.

Die Passivität

Die Passivität gibt es sowohl im gr.-röm. als auch im freien Ringkampf. Beiden gemein sind die folgenden Kriterien:

  • ausweichen von Attacken ohne Konterattacken zu setzen
  • halten der Handgelenke seines Gegners ohne eine Aktion zu starten
  • Angriffe ohne einen direkten Kontakt mit dem Gegner
  • die ursprüngliche Position einnehmen – direkt nach dem Start einer eigenen Aktion
  • vorgetäuschte Aktionen
  • Ausweichen in die rote Zone und dort verbleiben
  • Ringer ist nicht in der Lage im Zentrum zu bleiben
  • seinen Gegner in der roten Zone fixieren
  • kein Aufziehen obwohl eine gute Position vorhanden ist
  • defensives Ringen
Die Passivität im gr.-röm. Stil

Das Aussprechen einer Passivität unterliegt keiner zeitlichen Restriktionen. Eine Passivität kann folglich jederzeit ausgesprochen werden. Allerdings kann eine Passivität, welche eine angeordnete Bodenlage nach sich zieht, höchstens 1x pro Runde ausgesprochen werden. Dies gilt für alle Altersbereiche und somit auch für Kämpfe mit 4 Minuten Kampfzeit (2×2 Minuten).

Das Passivitätsprozedere im gr.-röm. lautet:

  • 1. Passivität im Kampf (egal welcher Ringer), der aktive Ringer erhält 1 Punkt und kann zwischen Standkampf und Bodenkampf wählen.
  • 2. Passivität im Kampf (egal welcher Ringer), der aktive Ringer erhält 1 Punkte und kann zwischen Stand- und Bodenkampf wählen.
  • 3. und mehr Passivitäten in einem Kampf (egal welcher Ringer), der aktive Ringer erhält 1 Punkt ohne Unterbrechung des Kampfes.

Welcher Ringer sollte nicht durch Passivität bestraft werden?

  • ein, nach im Stand erzielten Punkten, führender Ringer (Verwarnung wegen „negativem“ Ringen ist aber möglich)

Bei welchen Situationen kann ein führender Ringer durch Passivität bestraft werden?

  • wenn er seine Punkte nur durch Verwarnung(en) oder Passivität erzielt hat
  • wenn er seine Punkte nur in der angeordneten Bodenlage erzielt hat
  • bei längerer Inaktivität im zweiten Abschnitt (über 1:30 bis 2:00 min; Ausnahmefall und Stand-Punkte wurden im ersten Abschnitt erzielt)

Gegen wen kann keine Passivität ausgesprochen werden? Ist der Führende bestrafbar?
Zählen hier nur Technik-Punkte oder auch 0+1/P+1/heraustreten?

  • Gegen den Führenden sollte kein P ausgesprochen werden, wenn er seine Punkte im Standkampf (technische Wertungen aus Standgriffen) erzielt hat
  • In diesem Fall Sanktionierung über 0+2 möglich (negatives Ringen)
  • Nur wenn er die Punkte (Wertungen aus dem Standkampf) im ersten Kampfabschnitt geholt hat und im zweiten Abschnitt über längere Zeit (1:30-2:00min) passiv ist, kann er mit einer Passivität bestraft werden (Ausnahmefall!)

Ein Ringer holt bei der ersten angeordneten Bodenlage (Stand 0:0) 2 oder 4 Punkte; wenn dann die kommenden 2 Minuten nichts passiert, darf er dann Passiv gestellt werden oder, da er führend ist, nicht?

  • Wenn der Ringer nur Punkte durch die angeordnete Bodenlage erzielt hat, darf er im zweiten Abschnitt auch mit P+1 + Bodenlage sanktioniert werden
Die Passivität im Freistil

Das Passivitätsprozedere im Freistil lautet:

1. Mal passiv – Unterbrechung (P)

  • Keine Unterbrechung einer laufenden Aktion

2. Mal passiv – Unterbrechung (Anordnung 30 Sekunden)

  • Keine Unterbrechung einer laufenden Aktion
  • Sobald vor Ablauf der 30 Sekunden eine Wertung fällt, wird die Aktivitätszeit unterbrochen und es wird kein Punkt nach 30 Sekunden zusätzlich vergeben

30 Sekunden abgelaufen

  • Keine Unterbrechung (egal ob laufende Aktion oder Standkampf). Der aktive Ringer erhält 1 Punkt!
  • Wenn es dann aufgrund einer laufenden Aktion zu einem Takedown kommt à 2 Punkte für den Ringer (auch wenn er schon 1 Punkt erhalten hat)

Anordnung der Aktivitätszeit ist zwingend erforderlich:

  • Männer, Frauen und Junioren 2:00 Minuten
  • Kadetten und jünger 1:00 Minute
  • Ein laufende Aktion darf nicht unterbrochen werden

Keine Anordnung:

  • Männer, Frauen und Junioren 2:30 und 5:30 Minuten
  • Kadetten und jünger 1:30 und 3:30 Minuten